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Leitfäden / Kontrolle und Einspruch

Kontrolle, Ausnahmeregelungen und Bußgeldbescheid: seine Rechte kennen

Aktualisiert am 13. Juni 2026

Ein festgestellter Verstoß ist nicht immer ein unabwendbares Schicksal. Zwischen der Sicherheitsausnahme nach Artikel 12, dem handschriftlichen Vermerk und dem Einspruchsverfahren stehen Ihnen legitime Mittel zur Verfügung — vorausgesetzt, Sie kennen sie und bewahren Ihre Belege auf.

Es geht nicht darum, die Regeln zu „umgehen", sondern darum, seine Rechte geltend zu machen, wenn die Situation dies tatsächlich rechtfertigt. Hier sind die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten.

1. Die Sicherheitsausnahme (Artikel 12)

Artikel 12 der Verordnung 561/2006 erkennt an, dass es nicht immer möglich ist, genau zum richtigen Zeitpunkt anzuhalten. Um die Sicherheit von Personen, Fahrzeug oder Ladung zu gewährleisten, darf der Fahrer von den Lenk- und Ruhezeiten abweichen, soweit dies erforderlich ist, um einen geeigneten Halteplatz (sichere Rastanlage, bewachter Parkplatz) zu erreichen.

Die Schlüsselbedingung:

Sie müssen den Grund handschriftlich auf dem Tachographenausdruck oder dem Auszug vermerken, spätestens zum Zeitpunkt des Anhaltens. Ohne diesen Vermerk ist die Ausnahme deutlich schwerer geltend zu machen.

2. Belege aufbewahren: der entscheidende Reflex

Tachographenausdrucke und -auszüge mit Ihren handschriftlichen Vermerken.

Transportdokumente (CMR, Auftragsscheine, Anweisungen), die den Kontext erläutern.

Daten Ihrer Fahrerkarte, die Ihre tatsächliche Tätigkeit präzise rekonstruieren.

Alle Belege, die einen Fall höherer Gewalt oder einen von Ihrem Willen unabhängigen Grund belegen (Unfall, Blockade, Wetter).

3. Einspruch gegen ein Bußgeld, regelkonform

Wenn Sie ein Bußgeld für ungerechtfertigt halten, können Sie einen Einspruch auf Befreiung einlegen. Bei einem Pauschalstrafzettel beträgt die Frist in der Regel 45 Tage ab dem Bescheid — doch das genaue Verfahren und die genaue Frist sind auf dem Bußgeldbescheid selbst angegeben, der sorgfältig zu lesen ist. Fügen Sie Ihre Belege bei und legen Sie den Sachverhalt klar und sachlich dar.

Diese Seite dient der Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für einen Einspruch sollten Sie sich ggf. begleiten lassen (Gewerkschaft, Rechtsanwalt, Ombudsmann). Beachten Sie stets die auf dem Bescheid angegebenen Fristen.

4. Fahrer und Arbeitgeber: wer trägt die Verantwortung?

Bestimmte Verstöße fallen unter die Verantwortung des Fahrers, andere unter die des Arbeitgebers (Arbeitsorganisation, die die Einhaltung der Vorschriften unmöglich macht, Termindruck usw.). Wenn ein Verstoß auf eine aufgezwungene Organisation zurückzuführen ist, ist dieser Kontext ein geltend zu machender Umstand. Bewahren Sie schriftliche Nachweise der erhaltenen Anweisungen auf.

🔎 Rekonstruieren Sie Ihre tatsächliche Tätigkeit, Tag für Tag

TruckerMaster liest Ihre Fahrerkarte aus und rekonstruiert Ihre Tage präzise: Lenkzeit, Arbeit, Pausen, Ruhezeiten. Eine sachliche Grundlage, um einen festgestellten Verstoß zu verstehen, seine Berechtigung zu überprüfen und eine Erklärung vorzubereiten.

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