Nachtarbeit: der Zeitraum, die 10-Stunden-Obergrenze und die Vergütung
Aktualisiert am 13. Juni 2026
Nächtliches Fahren ändert zwei Dinge: Dein Arbeitstag ist kürzer (Obergrenze 10h), und deine Nachtstunden müssen ausgeglichen werden. Man muss jedoch wissen, wann „die Nacht" beginnt und was sie dir schuldet.
Nachtarbeit ist keine Planungsdetail: Sie löst Sicherheitsregeln (reduzierte Höchstdauer) und Vergütungsrechte (Ausgleich) aus. Hier erklären wir, wie das zusammenhängt.
1. Was ist der „Nachtzeitraum"?
Der Nachtzeitraum ist eine durch die Vorschriften festgelegte Zeitspanne. Im Gütertransport liegt er in der Regel zwischen 21h und 6h; im Personentransport zwischen 22h und 5h. Sobald ein Teil deiner Arbeit in diese Zeitspanne fällt, bist du von den Nachtarbeitsregeln betroffen, auch wenn du nur eine Stunde darin gearbeitet hast.
Die genaue Definition des Zeitraums und der Status des „Nachtarbeiters" (der von der Anzahl der im Jahr gearbeiteten Nächte abhängt) können je nach Tätigkeit und anwendbarer Vereinbarung variieren.
2. Die Obergrenze: 10 Arbeitsstunden in 24h
Dies ist die wichtigste Regel. Die Richtlinie 2002/15/EG sieht vor, dass bei geleisteter Nachtarbeit die Arbeitszeit 10 Stunden in einem 24-Stunden-Zeitraum nicht überschreiten darf. Tagsüber kann die Dauer höher sein; nachts sinkt der Sicherheitsschwellenwert auf 10h.
Konkret:
Du startest um 4h morgens (also im Nachtzeitraum): dein Arbeitstag ist auf 10h begrenzt, wo ein 100%iger Tagesdienst höher gehen könnte. Das Überschreiten dieser Grenze stellt eine Verletzung dar.
3. Wie werden Nachtstunden vergütet
Tatsächlich im Nachtzeitraum geleistete Arbeitsstunden geben Anspruch auf einen Ausgleich. Je nach Tarifvertrag und seinen Anhängen erfolgt dieser in Form eines Gehaltsaufschlags, einer Ausgleichsruhezeit oder beidem. Dies ist ein von Überstunden unabhängiges Recht: Du kannst den Nachtaufschlag und den Überstundenaufschlag kumulieren.
✅Was zählt: die tatsächlich im Nachtzeitraum geleisteten Arbeitsstunden.
➖Auf der Gehaltsabrechnung prüfen: dass diese Stunden mit dem entsprechenden Aufschlag erscheinen und keine „vergessen" wurde.
Der genaue Aufschlagsatz und die Form des Ausgleichs hängen von der für dein Unternehmen geltenden Vereinbarung ab. Die Beträge ändern sich: Beziehe dich auf deinen aktuellen Tarifvertrag und dessen Anhänge.
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