TruckerMaster TruckerMaster
Guides / Überstunden

Überstunden im Lkw-Transport: 25 %, 50 % und die Schwellenwerte, die niemand prüft

Aktualisiert am 31. Juli 2026

Hier geht im Transport am meisten Geld verloren. Nicht unbedingt durch Unehrlichkeit, sondern weil die Berechnung komplex ist und kaum jemand seine tatsächlichen Stunden mit dem Bezahlten abgleicht. So funktioniert das System.

Eine Überstunde ist eine Arbeitsstunde, die über die gesetzliche Arbeitszeit hinaus geleistet wird. Im gewerblichen Güterverkehr wird sie nicht zum gleichen Satz wie eine normale Stunde vergütet: Sie erhält einen Zuschlag. Vorausgesetzt, sie wird überhaupt erfasst — und genau darin liegt das Problem.

1. Dienstzeit, nicht Lenkzeit

Zunächst ein weit verbreitetes Missverständnis: Überstunden werden auf Basis der Dienstzeit (tatsächliche Arbeitszeit) berechnet, nicht nur auf Basis der reinen Lenkzeit. Die Dienstzeit umfasst das Fahren, aber auch Be- und Entladetätigkeiten, vom Arbeitgeber angeordnete Wartezeiten, Wartung, Rangierarbeiten usw.

Das bedeutet: Du kannst auf dem Papier „wenig" gefahren sein und dennoch aufgrund von Wartezeiten an der Rampe ein erhebliches Volumen an Dienststunden angehäuft haben. Wird nur die Lenkzeit berücksichtigt, verschwinden Teile deiner Überstunden.

2. Zuschlagssätze: 25 % dann 50 %

Überstunden werden zum Stundensatz zuzüglich eines Zuschlags vergütet. Das allgemeine Prinzip:

  • +25 % auf die erste Tranche der Überstunden.
  • +50 % ab einem bestimmten Überstundenvolumen im Monat.

Der Wechsel von 25 % auf 50 % hängt von den für deinen Status und deine Betriebsvereinbarung geltenden Schwellenwerten ab. Prüfe stets die in deinem Tarifvertrag und auf deiner Gehaltsabrechnung angegebenen Sätze.

3. Monatliche Schwellenwerte (152 h / 186 h)

Im Transport wird die Arbeitszeit häufig als monatliche Kumulation erfasst. Je nach Status (Nah-, Fernverkehr, Fernfahrer) und anwendbarem Tarifvertrag gelten Referenzschwellenwerte von rund 152 h und 186 h pro Monat, ab denen sich die Art und der Zuschlag der Stunden ändert.

Diese Zahlen sind Richtwerte: Sie variieren je nach Kategorie und werden für einen Nahverkehrsfahrer anders ausgelegt als für einen Fernfahrer. Das Wesentliche: Dein monatliches Stundenvolumen ordnet dich einer „Tranche" zu, und jede Tranche wird unterschiedlich behandelt. Ein Tranchenfehler = ein Lohnfehler.

4. Die häufigsten Fallstricke

  • Rampenwartezeiten werden nicht erfasst: reale Dienststunden, die nicht in der Gesamtsumme erscheinen.
  • Stunden pauschal „geglättet", ohne zu prüfen, ob die Pauschale in bestimmten Monaten die tatsächliche Arbeitszeit tatsächlich abdeckt.
  • Zuschlag zum falschen Satz: Stunden mit +25 % vergütet, die eigentlich +50 % erfordert hätten.
  • Stundenkonto inkonsistent zurückgesetzt von einem Monat auf den nächsten.

🛠 Gleiche deine tatsächlichen Stunden in Sekunden ab

TruckerMaster liest deine Fahrerkarte und rekonstruiert deine tatsächliche Dienstzeit Tag für Tag. Du kannst diese mit deiner Gehaltsabrechnung vergleichen, um fehlende oder falsch zugeschlagene Stunden zu erkennen — die konkrete Grundlage für ein Gespräch mit deinem Arbeitgeber.

Meine Stunden kostenlos prüfen →

🚛 Kostenlos in der Beta

Kostenlos für Android herunterladen

Android-Smartphone · Ohne Firmenkonto · Kostenlos während der Beta