Überstunden im Lkw-Transport: 25 %, 50 % und die Schwellenwerte, die niemand prüft
Aktualisiert am 13. Juni 2026
Hier geht im Transport am meisten Geld verloren. Nicht unbedingt durch Unehrlichkeit, sondern weil die Berechnung komplex ist und kaum jemand seine tatsächlichen Stunden mit dem Bezahlten abgleicht. So funktioniert das System.
Eine Überstunde ist eine Arbeitsstunde, die über die gesetzliche Arbeitszeit hinaus geleistet wird. Im gewerblichen Güterverkehr wird sie nicht zum gleichen Satz wie eine normale Stunde vergütet: Sie erhält einen Zuschlag. Vorausgesetzt, sie wird überhaupt erfasst — und genau darin liegt das Problem.
1. Dienstzeit, nicht Lenkzeit
Zunächst ein weit verbreitetes Missverständnis: Überstunden werden auf Basis der Dienstzeit (tatsächliche Arbeitszeit) berechnet, nicht nur auf Basis der reinen Lenkzeit. Die Dienstzeit umfasst das Fahren, aber auch Be- und Entladetätigkeiten, vom Arbeitgeber angeordnete Wartezeiten, Wartung, Rangierarbeiten usw.
Das bedeutet: Sie können auf dem Papier „wenig" gefahren sein und dennoch aufgrund von Wartezeiten an der Rampe ein erhebliches Volumen an Dienststunden angehäuft haben. Wird nur die Lenkzeit berücksichtigt, verschwinden Teile Ihrer Überstunden.
2. Zuschlagssätze: 25 % dann 50 %
Überstunden werden zum Stundensatz zuzüglich eines Zuschlags vergütet. Das allgemeine Prinzip:
- +25 % auf die erste Tranche der Überstunden.
- +50 % ab einem bestimmten Überstundenvolumen im Monat.
Der Wechsel von 25 % auf 50 % hängt von den für Ihren Status und Ihre Betriebsvereinbarung geltenden Schwellenwerten ab. Prüfen Sie stets die in Ihrem Tarifvertrag und auf Ihrer Gehaltsabrechnung angegebenen Sätze.
3. Monatliche Schwellenwerte (152 h / 186 h)
Im Transport wird die Arbeitszeit häufig als monatliche Kumulation erfasst. Je nach Status (Nah-, Fernverkehr, Fernfahrer) und anwendbarem Tarifvertrag gelten Referenzschwellenwerte von rund 152 h und 186 h pro Monat, ab denen sich die Art und der Zuschlag der Stunden ändert.
Diese Zahlen sind Richtwerte: Sie variieren je nach Kategorie und werden für einen Nahverkehrsfahrer anders ausgelegt als für einen Fernfahrer. Das Wesentliche: Ihr monatliches Stundenvolumen ordnet Sie einer „Tranche" zu, und jede Tranche wird unterschiedlich behandelt. Ein Tranchenfehler = ein Lohnfehler.
4. Die häufigsten Fallstricke
- Rampenwartezeiten werden nicht erfasst: reale Dienststunden, die nicht in der Gesamtsumme erscheinen.
- Stunden pauschal „geglättet", ohne zu prüfen, ob die Pauschale in bestimmten Monaten die tatsächliche Arbeitszeit tatsächlich abdeckt.
- Zuschlag zum falschen Satz: Stunden mit +25 % vergütet, die eigentlich +50 % erfordert hätten.
- Stundenkonto inkonsistent zurückgesetzt von einem Monat auf den nächsten.
🛠 Gleichen Sie Ihre tatsächlichen Stunden in Sekunden ab
TruckerMaster liest Ihre Fahrerkarte und rekonstruiert Ihre tatsächliche Dienstzeit Tag für Tag. Sie können diese mit Ihrer Gehaltsabrechnung vergleichen, um fehlende oder falsch zugeschlagene Stunden zu erkennen — die konkrete Grundlage für ein Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber.
Meine Stunden kostenlos prüfen →